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Dysplasiesprechstunde

Gezielt abklären. Sicher entscheiden.

Der Begriff Dysplasie beschreibt Veränderungen von Zellen im Bereich des Gebärmutterhalses, die im Rahmen der Krebsvorsorge oder nach einem auffälligen Abstrich festgestellt werden können. Diese Veränderungen sind in den meisten Fällen nicht bösartig, können aber – je nach Ausprägung – eine engmaschige Kontrolle oder weitere Abklärung erfordern.

Ziel der Dysplasiesprechstunde ist es, solche Befunde strukturiert zu beurteilen, ihre Bedeutung einzuordnen und das weitere Vorgehen sicher und individuell zu planen.

Nicht jeder auffällige Befund bedeutet eine Erkrankung im Sinne von Krebs. Viel häufiger handelt es sich um Vorstufen oder vorübergehende Zellveränderungen, die sich auch wieder zurückbilden können. Entscheidend ist daher eine präzise Diagnostik und die richtige Einschätzung des Risikos.

Was sind Dysplasien?

Zellveränderungen am Gebärmutterhals richtig einordnen

Als Dysplasie bezeichnet man Veränderungen von Zellen, meist im Bereich des Gebärmutterhalses (Zervix), seltener auch an der Scheide oder im äußeren Genitalbereich. Diese entstehen meist durch Infektionen mit Humanen Papillomviren (HPV) und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Wichtig ist: Dysplasien bilden sich in vielen Fällen von selbst zurück. In anderen Fällen entwickeln sie sich langsam, über viele Jahre weiter, weshalb regelmäßige Kontrollen so entscheidend sind. Dysplasien sind kein Krebs!

HPV – Humane Papillomviren

Die häufigste Ursache für Zellveränderungen

HPV (Humane Papillomviren) sind sehr weit verbreitet. Die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens damit – ohne es zu bemerken und ohne das Beschwerden entstehen.

In vielen  Fällen heilt eine HPV-Infektion von selbst wieder aus. Einige sogenannte Hochrisiko-Typen können jedoch über längere Zeit bestehen bleiben und Zellveränderungen am Gebärmutterhals verursachen.

Diese anhaltenden Infektionen gelten als wichtigste Ursache für die Entstehung von Dysplasien. Daher spielt der HPV-Test in der Vorsorge neben dem Pap-Test und  der weiteren Abklärung durch Kolposkopie eine zentrale Rolle.

Der Pap-Abstrich

Erste Hinweise auf Zellveränderungen erkennen

Der Pap-Abstrich ist ein wichtiger Bestandteil der gynäkologischen Vorsorge. Dabei werden Zellen vom Gebärmutterhals entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.

Er dient dazu, frühzeitig Hinweise auf Zellveränderungen zu erkennen, bevor Beschwerden entstehen.

Typische Befundgruppen sind:

  • Pap I / II: unauffälliger  Befund
  • Pap II-p / IIID1: leichte bis mäßige Zellveränderungen, meist genügt eine Kontrolluntersuchung nach einiger Zeit 
  • Pap III: unklarer Befund, weitere Abklärung erforderlich 
  • Pap IIID2 / IV: hochgradig auffällige Veränderungen, weitere Diagnostik erforderlich
  • Pap V: starker Verdacht auf bösartige Veränderung 

Ein auffälliger Pap-Befund bedeutet nicht automatisch Krebs, sondern zeigt zunächst nur, dass eine genauere Abklärung notwendig ist. In diesen Fällen wird häufig eine Untersuchung in der Dysplasiesprechstunde  zur Kolposkopie empfohlen.

Kolposkopie

Gezielte Untersuchung des Gebärmutterhalses mit Spezialmikroskop

Die Kolposkopie ist ein wichtiges Verfahren in der Dysplasiesprechstunde. Dabei wird der Gebärmutterhals mit einem speziellen Untersuchungsgerät, dem Kolposkop, stark vergrößert betrachtet, um  kleinste Veränderungen der Schleimhaut sichtbar zu machen.

Durch spezielle Lösungen können auffällige Areale  besser sichtbar gemacht und genauer eingeordnet werden. Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei, ambulant durchführbar und ohne Strahlenbelastung.

Ziel ist es, verdächtige Bereiche sicher zu erkennen und gezielt über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Gewebeprobe (Biopsie)

Sichere Diagnose durch gezielte Entnahme
Wenn im Rahmen der Kolposkopie auffällige Bereiche festgestellt werden, kann eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden.

Diese Entnahme erfolgt gezielt aus dem auffälligen Bereich und ermöglicht eine sichere feingewebliche Untersuchung im Labor.

Die Biopsie ist ein wichtiger Schritt, um die Art und Ausprägung der Zellveränderung eindeutig zu bestimmen und eine fundierte Therapieentscheidung zu treffen.

Behandlung von Dysplasien

Individuell, schonend und abhängig vom Befund
Nicht jede Dysplasie muss sofort behandelt werden. Viele leichte Veränderungen werden zunächst kontrolliert, da sie sich von selbst zurückbilden können.

Bei höhergradigen Veränderungen kann eine gezielte Entfernung des betroffenen Gewebes notwendig sein. Dies erfolgt in der Regel schonend und gewebeschonend, häufig ambulant.

Die Wahl der Behandlung richtet sich immer nach dem Ausmaß der Veränderung, dem individuellen Risiko und der Lebenssituation der Patientin.

Ziel ist es, eine sichere Behandlung zu gewährleisten und gleichzeitig so viel gesundes Gewebe wie möglich zu erhalten.

Häufige Fragen

Nein. In den meisten Fällen handelt es sich um harmlose oder vorübergehende Zellveränderungen. Dennoch ist eine weitere Abklärung wichtig.

Die meisten HPV-Infektionen sind harmlos und heilen von selbst aus. Nur bestimmte Hochrisikotypen können langfristig Veränderungen verursachen.

Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei oder nur leicht unangenehm und dauert meist nur wenige Minuten.

Um die genaue Art der Zellveränderung sicher zu bestimmen und eine fundierte Entscheidung über das weitere Vorgehen zu treffen.

Nein. Viele Veränderungen werden zunächst beobachtet, da sie sich von selbst zurückbilden können.

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